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„Eigenbeitrag der Branche stimmt nicht“: Atmosfair streicht CO2-Kompensation für Kreuzfahrten

„Eigenbeitrag der Branche stimmt nicht“
Atmosfair streicht CO2-Kompensation für Kreuzfahrten

Wenn Kreuzfahrer klimabewusster urlauben wollen, können sie den CO2-Ausstoß ihrer Reise kompensieren und für Klimaschutzprojekte spenden. Doch einer dieser Anbieter macht das nicht mehr mit.

Andrea Warnecke/ TMN
Sonnenliegen auf der „Aida Nova“ (Symbolbild): „Eigenbeitrag der Branche stimmt nicht“

Dass Kreuzfahrten die Umwelt in einem besonders hohen Maß belasten, wissen inzwischen auch viele Passagiere. Manche von ihnen wollen das bei den Seereisen ausgestoßene CO2 ausgleichen – und zahlen deshalb Beiträge an Organisationen, die diese wiederum in Klimaschutzprojekte investieren.

Auch Atmosfair hat bisher diese Art der CO2-Kompensation für Kreuzfahrten der Reederei Aida Cruises angeboten – tut dies allerdings nicht mehr, wie die Bonner Non-Profit-Organisation bestätigte. Atmosfair begründet den Schritt damit, dass die Kreuzfahrtbranche nicht genug dafür tue, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens umzusetzen. Zunächst hatten touristische Fachmedien darüber berichtet.

„Wir sind nach der Kooperation mit Aida zu der Überzeugung gekommen, dass der Eigenbeitrag der Branche nicht stimmt“, sagt Dietrich Brockhagen, der Geschäftsführer von Atmosfair. Ambition und Geschwindigkeit der bislang von den Reedereien ergriffenen Maßnahmen reichten für die Paris-Ziele nicht aus.

Es gebe technisch reife Klimalösungen wie synthetisch erzeugtes LNG als Kraftstoff, die die Branche nicht aufgreife. „Da wirkt dann die CO2-Kompensation wie vorgeschoben“, sagt Brockhagen. Für die Zusammenarbeit mit der Rostocker Reederei ist Atmosfair stark kritisiert worden.

Emissionen und andere Probleme

Aida Cruises teilt auf Anfrage mit, sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu bekennen. Man investiere in Lösungen für einen emissionsneutralen Betrieb der Flotte. Das Unternehmen verweist unter anderem auf die „Aida Nova“, das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit Flüssiggas-Antrieb (LNG). Zwei Schwesterschiffe folgen. Brockhagen argumentiert hingegen, fossiles LNG verursache nur etwa 20 Prozent weniger CO2 als Schiffsdiesel oder Schweröl.

Die Kreuzfahrt steht in der Kritik. Dabei geht es unter anderem um

die Umweltfolgen der Schiffsemissionen,
eine Überlastung der Häfen und Küstenstädte
und schlechte Arbeitsverhältnisse.
Dennoch ist die Reiseform bei Deutschen beliebt, die Gästezahlen steigen.

Wie viel CO2 und andere Klimagase der einzelne Urlauber auf einer Kreuzfahrt verursacht, ist nicht leicht zu berechnen, erklärt das Portal Cruisetricks.de. Die Reedereien Aida und TUI Cruises wiesen zwar Durchschnittswerte pro Tag und Passagier aus. Diese jedoch auf einzelne Schiffe oder Reisen herunterzurechnen, sei kaum möglich. Daher sind auch die Beträge, die Urlauber als Kompensation zahlen, je nach Anbieter und Klimarechner teils sehr unterschiedlich.

Atmosfair ist nicht die einzige Organisation für CO2-Kompensation. Ein anderer Anbieter ist etwa Myclimate, der auf seiner Website einen Klimarechner für Kreuzfahrten bereitstellt. Mittels einiger Angaben wie unter anderem zur Größe des Schiffs und der Reisedauer sollen Urlauber einen anteiligen CO2-Ausstoß ermitteln können. Daraus ergibt sich dann die Kompensationszahlung.

jus/dpa

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insgesamt 24 Beiträge

jemals am NOK im Bereich eines Geländedurchstichs einen Offensichtlich aten Frachter vorbeifahren hat riechen können, der kann sich ausmalen was Kreuzfahrtschiff und Co.
so alles in die Atmosphäre emittieren. Am NOK stellt […]
jemals am NOK im Bereich eines Geländedurchstichs einen Offensichtlich aten Frachter vorbeifahren hat riechen können, der kann sich ausmalen was Kreuzfahrtschiff und Co.
so alles in die Atmosphäre emittieren. Am NOK stellt meine Lunge bei so einer Dreckschleuder jedenfalls fast instantan seine Funktionswilligkeit ein, und ich muss zusehen das ich aus dem Wirkbereich dieses Altreifenabbrandgestanks verschwinde, sonst werde ich zum Schlumpf, leuchtend Blau ! Schiffsabgasgenervte Grüße aus Schleswig Holstein , Ihr Relative Wahrheiten

Der eigentlich Wert der Diskussion ist, dass Kreuzfahren allmählich einen miesen Ruf bekommen, was dazu beitragen kann, dieses für problematischen Konsum geradezu beispielhafte Urlaubsform zurückzudrängen.

Scheinheiligkeit […]
Der eigentlich Wert der Diskussion ist, dass Kreuzfahren allmählich einen miesen Ruf bekommen, was dazu beitragen kann, dieses für problematischen Konsum geradezu beispielhafte Urlaubsform zurückzudrängen.

Scheinheiligkeit bewies der Print-Spiegel allerdings mit 2 der letzten Ausgaben: In der ersten wurde der „Irsinn Kreuzfahrt“ angeprangert, während in einer Folgeausgabe ein Flyer für Spiegel-Leserreisen mit mehreren teils opulenten Kreuzfahrten inkl. Antarktis feil geboten wurde. Geht`s noch ?

Dieser CO2-Handel der Kreuzfahrt-Industrie hat für mich etwas von Ablasshandel: „sobald das Geld im Kasten klingt, ist das Gewissen rein und die qualmenden Schlote der Schiffe sind es auch!“
Dieser CO2-Handel der Kreuzfahrt-Industrie hat für mich etwas von Ablasshandel: „sobald das Geld im Kasten klingt, ist das Gewissen rein und die qualmenden Schlote der Schiffe sind es auch!“

Man kann den rausgeblasenen Megadreck nicht kompensieren, das ist doch ein Ammenmärchen für Naive! Der Dreck wird verursacht und existiert, fertig, was aus den Schiffen für Dreck kommt, landet in der Umwelt – das verschwindet […]
Man kann den rausgeblasenen Megadreck nicht kompensieren, das ist doch ein Ammenmärchen für Naive! Der Dreck wird verursacht und existiert, fertig, was aus den Schiffen für Dreck kommt, landet in der Umwelt – das verschwindet nicht einfach, weil man ein paar Euro in irgendein Projekt steckt. Diese PR Märchen, um diesen Mist weiter zu veranstalten, ist eine Riesenlüge für das uneinsichtige Kreuzfahrtenfan-Gewissen.

Wollen wir doch einfach mal ehrlich mit uns selbst sein. Wenn uns das Klima wirklich wichtig wäre, dann wäre die Konsequenz den Kohlenstoff in der Erde zu lassen. Dort liegt er schon sein dem Karbon herum und war damit 300M […]
Wollen wir doch einfach mal ehrlich mit uns selbst sein. Wenn uns das Klima wirklich wichtig wäre, dann wäre die Konsequenz den Kohlenstoff in der Erde zu lassen. Dort liegt er schon sein dem Karbon herum und war damit 300M Jahre nicht für atmosphärische Prozesse zugänglich. Wenn man das Zeug nun verbrennt, dann wird es zugänglich und das kann man auch nicht mit dem Pflanzen eines Baumes wieder ausgleichen. Das ist ganz simpel ausgedrückt neuer Kohlenstoff, der dann verfügbar wird. Ein wirklicher Ausgleich fände nur statt, wenn auch wieder Kohlenstoff in der Lithosphäre gebunden würde.

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